Samstag, 25. Februar 2012

Das Land der verlorenen Träume von Caragh O'Brien

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Die sechzehnjährige Gaia Stone, eine junge Hebamme, muss aus ihrer Heimat fliehen, mit nichts als den Kleidern am Leib und ihrer neugeborenen Schwester im Arm. Alles wurde ihr genommen – sind doch ihre Eltern ermordet und die Liebe ihres Lebens verhaftet worden, und die zerstörte Welt, in der sie lebt, straft unbarmherzig jede Schwäche. Als ein Fremder sie mitten im Ödland vor dem Verdursten bewahrt, scheint sie zunächst gerettet. Doch das Dorf des Fremden nimmt Gaia erst die Schwester und dann auch noch die Freiheit. Verzweifelt und entmutigt gibt sie beinahe auf. Schließlich besinnt sich Gaia jedoch darauf, dass vor allem anderen das Leben zählt – und sie stellt sich ihrem Schicksal, ihrer Verantwortung für ihre Schwester und einer neuen, zarten Liebe …
Spannend geht es auch in Band 2 dieser dystopischen Trilogie zu, die viele einzigartige und neue Ideen aufzuweisen weiß. Beinahe nahtlos schließt diese Fortsetzung an die Geschehnisse aus Band 1 an und entführt den Leser diesmal in einer ganz andere Welt. Caragh O'Brien hat die Spannungskurve so konstant hoch gehalten, dass dieses Buch zu einem echten Pageturner geworden ist, der dem ersten Band in nichts nachsteht und sogar noch eine Schippe drauflegt. Die Handlung ist realistisch beschrieben und zeigt das Leben in Sylum in seiner ganzen Härte und Grausamkeit, welches von der Autorin sehr gut konstruiert und atmosphärisch dicht konstruiert wurde. "Das Land der verlorenen Träume" steckt voll mit diversen Emotionen, die jeweils der Situation angemessen erscheinen und authentisch transportiert wurden. So ist auch ein wenig Romantik zu finden, die an verschiedenen Stellen in angemessener und nicht kitschiger Form in die Handlung mit eingestreut wurde. Das Ende weißt keinen fiesen Cliffhanger, sodass das Warten auf den letzten Band dieser phänomenalen Trilogie nicht ins Unermessliche gesteigert wird.
Die starke Persönlichkeit Gaias, die man aus "Die Stadt der verschwundenen Kinder" kennt, wird in diesem zweiten Band gebrochen, findet aber nach und nach zu alter Stärke zurück. Sie verlor alles und kämpfte sich ins Leben zurück. Wobei ein großer Teil wohl auch Leons Verdienst ist, welcher anfangs noch verbittert auf Gaia reagiert, sie aber im Laufe der Handlung immer besser versteht und sich ihr öffnet. Ansonsten sind keine bereits bekannten Charaktere vorhanden, sondern man wird als Leser mit einer Vielzahl neuer Charaktere konfrontiert, die ihrem System so gut wie erlegen sind und es später schaffen, sich gegen das "Regime" aufzulehnen, denn Frauen sind die machthabenden Personen in dieser Gesellschaft und es herrschen strenge Regeln, so ist es z.B. Männern verboten Frauen auch nur zu berühren. Jede einzelne Person in Sylum wurde authentisch und überzeugend charakterisiert.
Sprachlich bedient sich Caragh O'Brien wieder einmal ihrer phänomenalen Erzählkunst und schafft es, den Leser ab der ersten Seite zu fesseln und in ihrer Geschichte festzuhalten. Flüssig und packend erzählt und ungeheuer spannend und gefühlsnah.
Das Cover ist das Gleiche wie von Band 1, wurde jedoch einmal gespiegelt und mit einem wärmeren Farbton unterlegt und bescheinigt eine unverkennbare Zusammengehörigkeit der Bände 1 und 2.





Herzlichen Dank an Heyne fliegt für dieses Rezensionsexemplar.


Band 1: Die Stadt der verschwundenen Kinder
Band 2: Das Land der verlorenen Träume
Band 3: engl. Promised ( Herbst 2012)

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